Seit dem 1. Januar 2013 hat der Artikel 90 des Strassenverkehrsgesetzes der Schweiz, zwei neue Absätze (Abs. 3 und 4). Wer rast, wird von Gesetzes wegen wie ein bewaffneten Räuber oder ein Totschläger behandelt.

Der veränderte Artikel 90 sagt neu:

Verletzung der Verkehrsregeln

Abs. 1
Mit Busse wird bestraft, wer Verkehrsregeln dieses Gesetzes oder der Vollziehungsvorschriften des Bundesrates verletzt.

Abs. 2
Mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe wird bestraft, wer durch grobe Verletzung der Verkehrsregeln eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft oder in Kauf nimmt.

Abs. 3
Mit Freiheitsstrafe von einem bis zu vier Jahren wird bestraft, wer durch vorsätzliche Verletzung elementarer Verkehrsregeln das hohe Risiko eines Unfalls mit Schwerverletzten oder Todesopfern eingeht, namentlich durch besonders krasse Missachtung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit, waghalsiges Überholen oder Teilnahme an einem nicht bewilligten Rennen mit Motorfahrzeugen.

Abs. 4
Absatz 3 ist in jedem Fall erfüllt, wenn die zulässige Höchstgeschwindigkeit überschritten wird um:

a. mindestens 40 km/h, wo die Höchstgeschwindigkeit höchstens 30 km/h beträgt.
b. mindestens 50 km/h, wo die Höchstgeschwindigkeit höchstens 50 km/h beträgt.
c. mindestens 60 km/h, wo die Höchstgeschwindigkeit höchstens 80 km/h beträgt.
d. mindestens 80 km/h, wo die Höchstgeschwindigkeit mehr als 80 km/h beträgt.

Konkret heisst das, dass sehr schnelles Fahren sehr hoch bestraft wird. Es müssen keine Schäden (Sachschaden, Personen verletzen oder töten) entstehen, alleine die sehr hohe Geschwindigkeitsübertretung genügt. Ich betone: bewusst sehr hohe, denn es sind grobe Übertretungen.

Bestraft wird:

  • Wer mit 70 km/h fährt anstatt mit den vorgeschriebenen 30 (innerorts)
  • Wer mit 100 km/h fährt anstatt mit den vorgeschriebenen 50 (innerorts)
  • Wer mit 140 km/h fährt anstatt mit den vorgeschriebenen 80 (ausserorts)
  • Wer mit 200 km/h fährt anstatt mit den vorgeschriebenen 120 (Autobahn)

Wie wird es ablaufen?

Zuerst flattert ein Strafmandat in den Briefkasten. Diese Busse wird voraussichtlich vierstellig sein. Sie hängt zuerst von der Art des Verstosses ab, vom Lohn/Einkommen und dem Vermögen des Schuldigen.

Wenn du schuldig bist, raten wir dir, sofort einen Anwalt zu nehmen und ein dickes Portemonnaie zu haben, denn die Kosten werden in die Luft gehen.

Dann folgt mindestens ein Jahr Gefängnis. War es das erste Mal, wird das Gericht vielleicht eine bedingte Strafe aussprechen. Das heisst, du musst nicht ins Gefängnis, jedoch mit einer Probezeit zwischen zwei bis fünf Jahren rechnen. Passiert ein neues schweres Delikt (zum Beispiel über eine rote Ampel fahren oder ein Unfall) während dieser Zeit, kann der Knast nicht mehr vermieden werden.

Weiter ist mit der Beschlagnahmung und der Vernichtung deines Fahrzeuges, also deines Motorrades, zu rechnen.

Und zuletzt muss der Fahrausweis für mindestens zwei Jahre abgegeben werden. Danach wird er dir mit einer fünfjährigen Bewährung wieder zurückgegeben.

Das Allerschlimmste, was noch passieren kann, ist, dass du deinen Job verlierst, weil du nicht mehr fahren darfst (keinen Fahrausweis mehr hast) bzw. du ein Jahr ins Gefängnis musst.

Ob diese neuen „Via Sicura“ Massnahmen die Sicherheit im Strassenverkehr verbessern, wird sich erst in ein paar Jahren zeigen.

Eins ist sicher, es lohnt sich nicht, nicht einmal zu probieren!

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