Zuerst: Nummernschild abgeben oder nicht?
Jedes Jahr stellen sich die Motorradfreunde in der Schweiz die gleiche Frage: Nummernschild abgeben oder nicht?
Ab vier Monaten lohnt es sich.
Du kannst einfach die Schilder per Post an Dein kantonales Strassenverkehrsamt schicken und Dir diese im Frühjahr wieder per Post zuschicken lassen. Je nach Kanton sind verschiedene Gebühren zu bezahlen.
Wichtig: Das Motorrad ist weiterhin gegen Feuer, Wasser, Marderschäden, elementare Schäden und Diebstahl versichert. Kollision und Haftpflicht sind sistiert.
Wie es besser und günstiger gemacht werden kann, zeigt Deutschland mit seinen Saisonkennzeichen.
Dann: Ab wann ist es Zeit nicht mehr mit dem Motorrad unterwegs zu sein?
Mein Tipp: Ab einer Temperatur von fünf Grad.
Kurze Strecken auf trockener Strasse sind noch zu meistern aber lange, mehrtägige Fahrten empfehle ich nicht mehr.
Eine Unterkühlung sollte beim heutigen Bekleidungsangebot kein Problem mehr sein. Aber dafür die Rutschgefahr! Die Wetterbedingungen sind zu wechselhaft und zu feucht. Hauptsächlich leichter Frost lauert in Waldstücken und an schattigen Stellen. Die Gummimischung der Sommereifen bieten bei kalten Temperaturen eine stark reduzierte Haftung.
Bei einer Ansammlung von vielen gefährlichen Bedingungen ist es ratsam das Motorrad stehen zu lassen, anstatt ein hohes Risiko einzugehen.
Grob gesagt und um auf der sicheren Seite zu sein, inklusive fahrbare Alpenpässe, dauert die Motorradsaison in der Schweiz von Juni bis September.
Übrigens verfügt die Schweiz über die höchste Motorraddichte pro Kopf in Europa; jedoch legen die Schweizer Motorradfahrerin und – Fahrer nur 3’000 bis 5’000 Kilometer pro Jahr zurück.
Wie bringe ich mein Motorrad in die Winterpension
Es ist nicht vernünftig und empfehlenswert, das Motorrad beim ersten Schneefall, ohne eine Mindestpflege in die Garage zu stellen. Erwarte auch nicht, dass es im Frühling genauso wieder startklar ist, wie Du es abgestellt hast. Standschäden sind vorprogrammiert.
Das Einfachste ist, das Motorrad zu Deinem Händler in die Winterpension zu bringen. Zur gleichen Zeit können Umbau-Arbeiten, Fahrwerks- oder Motorentuning, Airbrush oder Karosserie-Wünsche erledigt werden. Dein Motorradmechaniker wird Dir ganz sicher sehr dankbar sein und alles in seiner Zeit, in Ruhe durch den Winter erledigen. Deine Maschine bekommt einen vollen Service und wird fachmännisch überwintert. Im Frühling wird Dein Liebling wieder vor Deiner Haustüre abgeliefert.
Somit ist jedem geholfen: Der Mechaniker hat Arbeit während des Winters und Du hast keinen Stress im Frühling, wenn jeder wieder SOFORT auf Töff-Tour fahren will. Jeder spart Geld, Zeit und unnötige Aufregungen.
14 Tipps zur richtigen Überwinterung Deines Motorrades
Ein kleiner Leitfaden fürs selber machen:
- Motorrad gründlich nass reinigen. Am besten Vollwäsche in der Abspritzanlage. Gut trocknen und ein Benzinzusatz in den Tank leeren. Beachte die Gebrauchsanweisung, speziell die Menge und unternehme dann noch eine kleinere Fahrt auf trockener Strasse.
Die kleine Fahrt dient zur Trocknung des Motorrades und des Vermischens des Benzinzusatzes. Ich verwende der Benzinzusatz, seit Jahren. Er schützt das Kraftstoffsystem, bindet Wasser, schützt vor Rost und Korrosion, verhindert Ablagerungen und verbessert das Startverhalten nach der Winterpause. - Nach Deiner „letzten“ Fahrt, zurück in der Garage, reinige nochmals alle Teile. Achte auf schwer zugängliche Teile unter dem Tank oder in der Verkleidung, dort sammelt sich gerne hartnäckiger Schmutz, in dem sich später Feuchtigkeit hält – ein Nährboden für Rost. Entferne Staub und überziehe sie mit einem Konservierungsspray, damit sie vor Rost geschützt sind.
- Fülle der Tank, soweit es geht, damit wird die Kondenswasserbildung verhindert und der Tank kann über die Überwinterung innen nicht rosten.
- Sitzbank und andere Lederteile mit Lederfett einreiben und polieren. Wenn es kein Leder ist, hilft ein Kunststoffpflegemittel.
- Kabelzüge schmieren, schadet ebenfalls nicht.
- Der Luftdruck der Reifen um ca. 0.5 – 1 bar erhöhen und Motorrad auf den Hauptständer, wenn vorhanden, oder aufbocken, damit die Räder freien Lauf haben. Somit werden die sogenannten Standplatten (Unwuchten) verhindert. Wenn dies nicht möglich ist, dann solltest Du in Abständen von 3 – 4 Wochen die Räder drehen. Ziel ist, dass die Reifen nicht während der ganzen Überwinterung an derselben Stelle Bodenkontakt haben.
- Kette, wenn vorhanden: Prüfe der Zustand und das Spiel der Kette. Ist sie verschlissen, kannst Du Dir die Mühe sparen und die Kette ersetzen. Die Kette, unbedingt mit Reinigungsbenzin und einer Zahnbürste reinigen. Lege eine Auffangwanne oder ein paar Zeitungen unter dem Motorrad, um die abtropfende Flüssigkeit aufzufangen. Säubere die Kette von oben, unten und seitlich und auch die Ritzel. Abdeckungen abschrauben und ebenfalls reinigen und wenn fertig, das Ganze wieder montieren und Kette wieder einfetten.
- Batterie ausbauen, nicht wartungsfreie Batterien auf den Flüssigkeitsstand prüfen und allenfalls mit destilliertem Wasser nachfüllen. Es ist jedoch kein Luxus sich ein Batterie-Ladegerät (zum Beispiel Optimate) anzuschaffen. Das Gerät einfach an die Batterie anschliessen und den ganzen Winter dran lassen. Es benützt sehr wenig Strom, verlängert die Lebensdauer der Batterie und im Frühling bist Du sofort startbereit.
- Wer einen Vergaser hat, muss diesen leeren. Benzinhahn auf Off und Motor laufen lassen, bis er von selbst ausgeht.
- Für Motorrädern mit Wasserkühlung, genug Kühlflüssigkeit mit Frostschutz nachfüllen, auch wenn es in der Garage steht.
- Ideal wäre noch das alte Öl abzulassen. Das Öl ablassen, es muss heiss sein, Öl-Filter wechseln und neues Öl nachfüllen, somit sind die ganzen aggressiven Verbrennungsrückstande nicht mehr im Ölkreislauf.
Altöl fachgerecht entsorgen! Jede Verkaufsstelle nimmt Dir das Altöl ab, wenn Du neues kaufst. Dort kannst Du auch den Öl-Filter abgeben. Nichts in den Hausmüll werfen! - Immer wieder mal der Motor während der Winterpause laufen zu lassen, ist Gift für den Motor. Lass das unbedingt!
Warum? Im Stand braucht der Motor deutlich länger, um auf Betriebstemperatur zu kommen. Die Materialen dehnen sich ungleichenmässig aus, was zu Verschleiss führen kann.
Kaltes Motoröl ist zähflüssig, dadurch verteilt es sich langsamer und schmiert erst optimal wenn es die richtige Temperatur erreicht hat. Diese liegt je nach Öl, im Bereich zwischen von 90 und 110 ºC.
- Am besten aufgehoben ist das Motorrad in der Garage. Motorrad immer abdecken, damit es nicht einstaubt, dafür eignen sich atmungsaktive Decken wie alte Leintücher, alte Bettwäsche oder eine Motorradabdeckung wie im Handel erhältlich. Achte dabei darauf, dass die Bremsen gut abgedeckt sind.
- Sollte das Motorrad draussen stehen, achte unbedingt auf Trockenheit. Gift für das Motorrad, ist es auf Temperaturschwankungen auszusetzen. Es bildet sich Kondenswasser und dieses kann zu Rost im Auspuff und/oder im Motor führen.
Plane/Abdeckung immer sichern mit Seilen und bei sonnigem Wetter abnehmen um das Schwitzwasser trocken zu lassen. Die Reifen sollten auf einem Holzbrett stehen um Bodenfrost vom Gummi fernzuhalten. Achte auf Punkt 5.
Halte auch Dich fit: Wer ruht, der rostet. Also halte Dich auch physisch durch den Winter fit und mache ein Motorrad-Sicherheitstraining nach der Winterpause. Zum Beispiel TCS im Verkehrssicherheitszentrum in Stockental.
Lust im „Winter“ Motorrad zu fahren, dann werfe ein Blick auf meine Winterfluchten an!
