Tipps und Empfehlungen für diejenigen, die im Winter nicht Motorrad fahren.

Nummernschilder abgeben oder nicht?
Jedes Jahr fragen sich die Schweizer die gleiche Frage. Wie es anders gemacht werden kann, zeigt Deutschland mit ihren Saisonkennzeichen. 

Zurück zur Schweiz. Ab drei Monate lohnt es sich. Man kann einfach die Schilder per Post an das kantonale Strassenverkehrsamt schicken und sich diese im Frühjahr wieder per Post schicken lassen. Je nach Kanton sind verschiedene Gebühren zu bezahlen: In Bern sind es (2016) CHF 27.-, wenn es per Post versendet wird oder CHF 30.-, wenn es am Schalter abgeholt wird. Es lohnt sich, denn die meisten Motorradversicherungsgesellschaften haben die Aktion „12 Monate versichert, 9 Monate bezahlen“ nicht mehr im Programm.

Das Motorrad ist weiterhin gegen Feuer, Wasser, Marderschäden, elementare Schäden und Diebstahl versichert. Kollision und Haftpflicht sind sistiert.

Es ist nicht sehr schlau und empfehlenswert, wenn die Saison zu Ende geht, das Motorrad beim ersten Schneefall ohne eine Mindestpflege in die Garage zu stellen. Erwarte auch nicht, dass es im Frühling genauso wieder startklar ist, wie Du es abgestellt hast. Standschäden sind vorprogrammiert.

Ab wann und wie lange das Motorrad in die Garage soll/muss, das überlasse ich Dir. Empfehlung: November bis April!

Das einfachste ist, die Maschine zum Händler in die Winterpension zu bringen. Zur gleichen Zeit können auch noch Umbauarbeiten, Fahrwerks- oder Motorentuning, Airbrush oder Karosserie-Wünsche erledigt werden. Dein Motorradmechaniker wird Dir dankbar sein und alles in seiner Zeit, in Ruhe durch den Winter erledigen. Deine Maschine bekommt einen vollen Service und wird fachmännisch überwintert. Im Frühling wird Dein Liebling wieder vor Deiner Haustüre geliefert.

Leider haben viele noch nicht begriffen, dass somit Jedem geholfen ist. Der Mechaniker hat Arbeit während des Winters und Du hast keinen Stress im Frühling, wenn jeder wieder SOFORT auf Tour fahren will. Jeder spart Geld, Zeit und unnötige Aufregungen.

Hier ein kleiner Leitfaden, wenn Du einiges selber machen willst.

  1.  Motorrad gründlich nass reinigen am besten Vollwäsche in der Abspritzanlage und gut trocknen lassen. Dann alle Teile mit einem Konservierungsspray überziehen, damit sie vor Rost geschützt sind. Vulcanet Tüchlein eignen sich hervorragend. (Bei uns erhältlich)
  2. Tank füllen soweit es geht, damit wird die Kondenswasserbildung verhindert und der Tank kann über den Winter innen nicht rosten.
  3. Sitzbank und andere Lederteile mit Lederfett einreiben und polieren. Wenn es kein Leder ist, hilft ein Kunststoffpflegemittel.
  4. Kabelzüge schmieren, schadet ebenfalls nicht.
  5. Der Luftdruck der Reifen um ca. 0.5 – 1 bar erhöhen und Motorrad auf den Hauptständer, wenn vorhanden, oder aufbocken, damit die Räder freien Lauf haben. Somit werden die sogenannten Standplatten (Unwuchten) verhindert. Wenn dies nicht möglich ist, dann solltest Du in Abständen von 3 – 4 Wochen die Räder drehen. Ziel ist, dass die Reifen nicht während der ganzen Überwinterung an derselben Stelle Bodenkontakt haben.
  6. Kette, wenn vorhanden: Prüfe der Zustand und das Spiel der Kette. Ist sie verschlissen, kannst Du Dir die Mühe sparen und die Kette ersetzen. Die Kette, unbedingt mit Reinigungsbenzin und einer Zahnbürste reinigen. Lege eine Auffangwanne oder ein paar Zeitungen unter dem Motorrad um die abtropfende Flüssigkeit aufzufangen. Säubere die Kette von oben, unten und seitlich und auch die Ritzel. Abdeckungen abschrauben und ebenfalls reinigen und wenn fertig, das Ganze wieder montieren und Kette wieder einfetten.
  7. Batterie ausbauen, nicht wartungsfreie Batterien auf den Flüssigkeitsstand prüfen und allenfalls mit destilliertem Wasser nachfüllen. Es ist jedoch kein Luxus sich ein Batterie-Ladegerät (zum Beispiel Optimate) anzuschaffen. Das Gerät einfach an die Batterie anschliessen und den ganzen Winter dran lassen. Es benützt sehr wenig Strom, verlängert die Lebensdauer der Batterie und im Frühling bist Du sofort Startbereit.
  8. Wer einen Vergaser hat, muss diesen leeren. Benzinhahn auf Off und Motor laufen lassen bis er von selbst ausgeht.
  9. Für Motorrädern mit Wasserkühlung, genug Kühlflüssigkeit mit Frostschutz nachfüllen, auch wenn es in der Garage steht.
  10. Ideal wäre noch das alte Öl abzulassen. Das Öl ablassen, es muss heiss sein, Öl-Filter wechseln und neues Öl nachfüllen, somit sind die ganzen aggressiven Verbrennungsrückstande nicht mehr im Ölkreislauf. Altöl fachgerecht entsorgen! Jede Verkaufsstelle nimmt Dir das Altöl ab wenn Du neues kaufst. Dort kannst Du auch den Öl-Filter abgeben. Nichts in den Hausmüll werfen!
  11. Der Motor immer wieder Mal laufen zu lassen während  der Winterpause, ist Gift für den Motor. So lass das!
  12. Motorrad immer abdecken, damit es nicht einstaubt. In der Garage eignen sich alte Leintücher, alte Bettwäsche oder eine Motorradabdeckung wie im Handel erhältlich. Wenn das Motorrad draussen steht, unbedingt auf Trockenheit achten. Plane/Abdeckung bei sonnigem Wetter abnehmen um das Schwitzwasser trocken zu lassen. Die Reifen sollten auf einen Holzbrett stehen um Bodenfrost vom Gummi fernzuhalten. Achte Punkt 5.

Nicht vergessen. Wer ruht, der rostet. Also halte Dich auch physisch durch den Winter fit und mache ein Motorrad-Sicherheitstraining nach der Winterpause. Zum Beispiel TCS im Verkehrssicherheitszentrum in Stockental.

Wenn’s Dich trotzdem gelüstet, dann schau‘ doch mal unsere ganz heissen Touren an:

 

Z 1706